Bayern-Alberta

Die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Alberta

Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte Alberta einen beachtlichen Einwanderungsstrom aus Deutschland. Tatsächlich haben die Provinz Alberta und das Bundesland Bayern ein gemeinsames politisches Charakteristikum: Alberta wurde bis vor kurzem über 40 Jahre lang von der Progressive-Conservative Party regiert, die dadurch einen beachtlichen Einfluss auf die Bundesregierung hat – ebenso wie in Bayern die CSU direkte Einflüsse auf Berlin hat. 

Die Bayern-Alberta Beziehungen bestehen offiziell seit 1999, als die Vertretung Albertas in München eröffnete. 

Der Fokus der Partnerschaft liegt auf Wissenschaft und Technologie. Das bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst unterzeichnete im Juni 2009 zusammen mit dem Ministry of Advanced Education and Technology in Alberta eine Absichtserklärung, um die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit zu verstärken. 

Innerhalb der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR) fördert die Koordinierungsstelle Bayern/Québec/Alberta/International die Mobilität bayerischer Wissenschaftler zu ihren Forschungspartnern. Ein ähnliches Programm findet sich auch unter der Schirmherrschaft der Regierung Albertas. 

Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung

Wirtschaft

Innerhalb des kanadischen Bundes ist Alberta wohl die Investoren-freundlichste Provinz: nicht nur keine Provinzmehrwertsteuer (PST), keine lokale Kapitalsteuer, keine Arbeitgeberabgaben, und keine Maschinen- und Equipmentsteuern — sondern auch den niedrigsten Benzinpreis in Kanada findet man dort.  Ebenso erhebt Alberta den niedrigsten Körperschaftssteuersatz im ganzen Land: 25% machen die kombinierten Provinz- und Bundsteuersätze aus. 

Obwohl Alberta geschätzt die drittgrößten Erdölreserven weltweit besitzt, ist sie auch eine der Provinzen Kanadas, die mit dem Ziel des Kohleausstiegs und der Erweiterung des Energieversorgungsnetzes am meisten Geld in erneuerbare Energien investiert.

Dem Programm für Erneuerbare Energien (Renewable Electricity Program) folgend, hat sich Alberta zum Ziel gesetzt bis 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch auf 30% zu steigern. Im Fokus steht vor allem Solarenergie, ergänzt durch besondere Förderprogramme zu Projekten, die ihr Hauptaugenmerk auf indigene, städtische, landwirtschaftliche sowie Wohn- und Handels-Thematik legen. Mit 333 Sonnentage pro Jahr im Durchschnitt gibt es in Alberta reichlich Kapazität zur Erzeugung von Sonnenergie; die etwa 900 existierenden Windturbinen (mehr als 1400 Megawatt installierte Kapazität) machen bis zu 6% der albertanischen Energiegewinnung aus. 

Wissenschaft & Forschung

Die Provinz besitzt drei Universitäten, unter denen die University of Alberta (UofA) in Edmonton besonders renommiert ist. Die UofA ist zudem sehr am technologischen und allgemein wissenschaftlichen Austausch mit Bayern interessiert. Das Markenzeichen „Made in Germany“ steht allgemein für hohe Qualitätsstandards und Know-How. 

Die Provinzregierung Albertas zeigt großes Interesse für eine innovative Technologiepolitik und hat in dieser Hinsicht ihre Forschungs- und Innovationszentren zusammengebracht, um die Schirmorganisation „ARIA“ (Alberta Research and Innovation Authority) ins Leben zu rufen. Ihr Ziel ist es, aufsteigende Trends und Technologien zu identifizieren, um der Regierung weitere Möglichkeiten der Diversifizierung vorzustellen und von möglichen Wettbewerbsvorteilen zu profitieren. 

Innerhalb der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR) fördert die Koordinierungsstelle Bayern/Québec/Alberta/International die Mobilität bayerischer Wissenschaftler zu ihren Forschungspartnern. Ein Programm gleicher Art findet sich unter der Schirmherrschaft der Regierung Albertas.